Wichtiger Hinweis: Jede Stadt in NRW legt ihre verkaufsoffenen Sonntage einzeln per Verordnung fest, und die Termine ändern sich von Jahr zu Jahr. Sie können außerdem kurzfristig wegfallen, etwa wenn ein Gericht nach einer Klage die Öffnung stoppt. Prüfe den Termin deshalb immer noch einmal auf der Website deiner Stadt, bevor du losfährst.
Das Wichtigste in Kürze
- NRW-Städte dürfen jährlich höchstens acht verkaufsoffene Sonntage festlegen, an denen Geschäfte ab 13 Uhr für bis zu fünf Stunden öffnen dürfen.
- Voraussetzung ist ein öffentliches Interesse, zum Beispiel ein Stadtfest, ein Markt oder die Stärkung der Innenstadt.
- Eine landesweite Liste gibt es nicht. Jede Kommune legt ihre Termine per eigener Verordnung fest.
- Am verlässlichsten findest du aktuelle Termine auf der Website deiner Stadt, beim Stadtmarketing oder bei der örtlichen IHK.
- Termine fallen gelegentlich kurzfristig aus, wenn Gerichte nach Klagen von ver.di oder Kirchen die Öffnung stoppen.
Ein Sonntag zum Bummeln und Shoppen, ganz offiziell? In NRW geht das an ausgewählten Terminen, wenn deine Stadt einen verkaufsoffenen Sonntag freigegeben hat. Die rechtliche Grundlage dafür steht im Ladenöffnungsgesetz NRW, die tatsächlichen Termine bestimmt aber jede Kommune für sich.
Wir erklären dir, wie oft und unter welchen Voraussetzungen Städte überhaupt öffnen dürfen, wie du die aktuellen Termine für deine Stadt zuverlässig findest und worauf du achten solltest, damit dein Shoppingsonntag nicht ins Leere läuft.
Was ist ein verkaufsoffener Sonntag
An einem verkaufsoffenen Sonntag dürfen Geschäfte in NRW öffnen, obwohl der Sonntag eigentlich als Ruhetag geschützt ist. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel: Möglich ist das nur, wenn eine Stadt dafür vorher eine eigene Verordnung erlassen hat. Üblich sind Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr, meist gekoppelt an ein Stadtfest, einen Markt oder eine ähnliche Veranstaltung in der Innenstadt.
Der Schutz von Sonn- und Feiertagen ist dabei kein Detail aus dem Ladenrecht, sondern hat Verfassungsrang: Er ergibt sich aus Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung, der über Artikel 140 Grundgesetz bis heute gilt. Genau deshalb braucht jede Ausnahme davon eine eigene Begründung, und genau deshalb landen zu großzügige Verordnungen immer wieder vor Gericht.
Die rechtliche Grundlage: Ladenöffnungsgesetz NRW
Die Regeln stehen in § 6 des Ladenöffnungsgesetzes NRW (LÖG NRW), das seit dem 30. März 2018 in seiner aktuellen Fassung gilt. Seitdem reicht ein bloßer Anlass allein nicht mehr aus. Entscheidend ist ein öffentliches Interesse, das die Stadt in ihrer Verordnung begründen muss.
Ein solches öffentliches Interesse liegt laut Gesetz insbesondere vor, wenn die Öffnung:
- im Zusammenhang mit örtlichen Festen, Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen steht,
- dem Erhalt oder der Stärkung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots dient,
- dem Erhalt oder der Stärkung zentraler Versorgungsbereiche in der Innenstadt dient.
Die wichtigsten Eckpunkte für die Öffnung selbst:
- Höchstens acht Sonn- oder Feiertage pro Jahr, die nicht unmittelbar aufeinanderfolgen dürfen.
- Öffnung ab 13 Uhr, für maximal fünf Stunden – in der Praxis meist bis 18 Uhr.
- Die Stadt oder Gemeinde erlässt die Verordnung, die zuständige IHK muss vorher angehört werden.
- Für Kur-, Ausflugs- und Wallfahrtsorte mit ausgeprägtem Tourismus gelten abweichende, großzügigere Regelungen mit mehr möglichen Terminen.
Werktags gilt eine ganz andere Regel
An Werktagen, also Montag bis Samstag, ist die Lage in NRW deutlich einfacher: Nach § 4 Absatz 1 LÖG NRW dürfen Geschäfte theoretisch rund um die Uhr öffnen, feste gesetzliche Ladenschlusszeiten gibt es dafür nicht mehr. Ob ein Geschäft das ausnutzt, entscheidet es selbst. Eine Ausnahme gilt am 24. Dezember, wenn Verkaufsstellen an einem Werktag nur bis 14 Uhr öffnen dürfen.
Auch am Sonntag ist nicht jedes Geschäft auf einen verkaufsoffenen Sonntag angewiesen. Für einzelne Branchen gelten eigene Ausnahmen von der grundsätzlichen Sonntagsruhe, unabhängig davon, ob deine Stadt gerade einen Shoppingsonntag freigegeben hat:
- Bäckereien und Konditoreien dürfen sonntags für einige Stunden öffnen.
- Blumenläden dürfen sonntags verkaufen.
- Hofläden und ähnliche Direktvermarkter haben eigene Ausnahmeregelungen.
Wenn du also am Sonntag frische Brötchen oder einen Blumenstrauß bekommst, hat das mit dem verkaufsoffenen Sonntag nichts zu tun, sondern mit diesen dauerhaften Ausnahmen.
So findest du die Termine für deine Stadt
Eine offizielle, landesweit verbindliche Liste aller verkaufsoffenen Sonntage gibt es nicht. Da jede Kommune ihre eigene Verordnung erlässt, musst du gezielt bei deiner Stadt nachsehen. Diese Quellen sind erfahrungsgemäß am verlässlichsten:
Tipp: In Großstädten wie Köln, Düsseldorf oder Dortmund unterscheiden sich die Termine oft je Stadtteil. Dort finden über das Jahr verteilt mehrere Shoppingsonntage statt, nicht nur einer für die ganze Stadt.

Wann verkaufsoffene Sonntage meist stattfinden
Die meisten NRW-Städte legen ihre Termine auf das Frühjahr, wenn die neue Saison in den Schaufenstern startet, sowie auf den Herbst und die Adventszeit rund um den Weihnachtsmarkt. Wer sowieso einen Tagestrip in eine NRW-Stadt plant, kann so Stadtbummel, Markt und Shopping an einem Termin verbinden.
Auch Stadtfeste, Kirmestermine und Straßenfeste liefern häufig den Anlass, denn genau daran knüpft das Gesetz das öffentliche Interesse. In vielen Innenstädten läuft dann ein zusätzliches Programm mit Live-Musik, Ständen oder verlängerten Gastro-Öffnungszeiten, sodass aus dem Einkaufsbummel schnell ein ganzer Tagesausflug wird.
Warum Termine ausfallen können
Verkaufsoffene Sonntage werden regelmäßig beklagt. Die Gewerkschaft ver.di, die als Vertretung der Handelsbeschäftigten grundsätzlich gegen Sonntagsöffnungen ist, geht dagegen immer wieder gerichtlich vor, mitunter auch die Kirchen, die sich beide auf den besonderen Schutz von Sonn- und Feiertagen berufen. Entscheidet ein Verwaltungsgericht im Eilverfahren gegen die städtische Verordnung, kann ein bereits angekündigter Termin auch kurzfristig, teils nur wenige Tage vorher, wieder wegfallen. Genau deshalb lohnt sich der zweite Blick auf die Stadtseite kurz vor deinem geplanten Besuch.
Was für Beschäftigte im Handel gilt
Arbeit am verkaufsoffenen Sonntag ist für Beschäftigte im Einzelhandel im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes grundsätzlich möglich. Wie genau das gehandhabt wird, etwa mit Freizeitausgleich oder Zuschlägen, regeln in der Regel der Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarung. Bei Unklarheiten hilft ein Gespräch mit dem Betriebsrat oder der zuständigen Gewerkschaft weiter.
Praxistipps für deinen Shoppingsonntag
- Plane die Anfahrt mit Puffer ein, Innenstädte sind an diesen Tagen oft voll und Parkplätze knapp.
- Reise nach Möglichkeit mit Bus oder Bahn an. In vielen Innenstädten ist das an einem verkaufsoffenen Sonntag entspannter als die Parkplatzsuche, gerade wenn zusätzlich ein Stadtfest läuft.
- Die Öffnung gilt meist nur für einen begrenzten Zeitraum, häufig 13 bis 18 Uhr, nicht ganztägig.
- Nicht jedes Geschäft macht mit. Supermärkte und Discounter beteiligen sich je nach Verordnung oft gar nicht oder nur eingeschränkt.
- Gastronomie folgt in der Regel den normalen Sonntagsöffnungszeiten, unabhängig vom Ladenöffnungsstatus.
Häufige Fehler
- Sich auf eine alte oder fremde Liste verlassen, statt die aktuelle städtische Verordnung direkt bei der Stadt zu prüfen.
- Keine zweite Bestätigung kurz vor dem Termin einholen, obwohl gerichtlich gekippte Öffnungen vorkommen.
- Annehmen, die Regelung gelte NRW-weit einheitlich, statt stadtspezifisch nachzusehen, denn jede Kommune entscheidet für sich.
- Ohne Alternativplan anreisen, falls der Termin doch nicht stattfindet oder deutlich kleiner ausfällt als erwartet.
- Den ganzen Tag einplanen, obwohl die Öffnung meist auf wenige Stunden am Nachmittag begrenzt ist.
Fazit
Verkaufsoffene Sonntage sind in NRW an bis zu acht Terminen im Jahr pro Stadt möglich, gebunden an ein öffentliches Interesse und meist an ein Stadtfest oder einen Markt gekoppelt. Eine landesweite Liste gibt es nicht, deshalb lohnt sich der Blick auf die Website deiner Stadt oder das Stadtmarketing, am besten noch einmal kurz vor dem geplanten Besuch. So verpasst du weder den Termin noch eine kurzfristige Absage.
Wenn du den Termin einmal kennst, lässt sich daraus schnell ein ganzer Tag machen: Shopping am Vormittag oder frühen Nachmittag, dazu ein Bummel über einen begleitenden Markt oder ein Stadtfest, und wer mag, verlängert den Ausflug noch um einen Kaffee in der Innenstadt. So wird aus dem Einkaufstermin ein kleiner Kurztrip, ganz ohne zusätzlichen Aufwand.
Häufige Fragen zu verkaufsoffenen Sonntagen in NRW
Wie viele verkaufsoffene Sonntage darf eine Stadt in NRW pro Jahr haben?
In der Regel höchstens acht, die nicht unmittelbar aufeinanderfolgen dürfen. Für Kur-, Ausflugs- und Wallfahrtsorte mit starkem Tourismus gelten abweichende, großzügigere Regelungen.
Gibt es eine offizielle Liste aller Termine in NRW?
Nein. Jede Kommune erlässt ihre eigene Verordnung und veröffentlicht die Termine selbst, meist auf der Stadtwebsite oder über das Stadtmarketing.
Welche Geschäfte dürfen am verkaufsoffenen Sonntag öffnen?
Das regelt die jeweilige städtische Verordnung, oft begrenzt auf einen bestimmten Bereich wie die Innenstadt. Supermärkte und Discounter machen erfahrungsgemäß nicht immer mit.
Warum wird ein verkaufsoffener Sonntag manchmal kurzfristig abgesagt?
Meist wegen einer Klage, häufig von ver.di oder den Kirchen, über die ein Verwaltungsgericht im Eilverfahren entscheidet. Das kann auch noch wenige Tage vor dem Termin passieren.
Muss ich am verkaufsoffenen Sonntag arbeiten, wenn ich im Handel angestellt bin?
Grundsätzlich ist das im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes möglich. Details wie Freizeitausgleich regeln meist Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung, im Zweifel hilft der Betriebsrat weiter.
Warum haben Bäckereien und Blumenläden auch ohne verkaufsoffenen Sonntag geöffnet?
Für diese Branchen gelten eigene, dauerhafte Ausnahmen von der Sonntagsruhe im Ladenöffnungsgesetz NRW, unabhängig davon, ob deine Stadt gerade einen verkaufsoffenen Sonntag freigegeben hat.
