Das Wichtigste in Kürze
- Seit der Reform 2024 ist die doppelte Staatsbürgerschaft generell erlaubt – die alte Staatsangehörigkeit musst du in der Regel nicht mehr aufgeben.
- Einbürgern lassen kannst du dich in der Regel nach fünf Jahren rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland.
- Die frühere Einbürgerung schon nach drei Jahren („Turbo-Einbürgerung“) wurde Ende Oktober 2025 abgeschafft.
- Voraussetzungen sind unter anderem Deutschkenntnisse (B1), der Einbürgerungstest und ein gesicherter Lebensunterhalt.
- Zuständig ist die Einbürgerungsbehörde deiner Stadt oder deines Kreises; die Gebühr beträgt in der Regel 255 Euro pro Person.
Deutscher Staatsbürger werden – für viele Menschen in NRW ist das ein wichtiges Ziel. Seit der großen Reform des Staatsangehörigkeitsrechts ist der Weg dorthin für einige einfacher geworden, für andere haben sich die Regeln zuletzt aber auch wieder verschärft. Wir erklären dir, was 2026 gilt: Voraussetzungen, Kosten, Ablauf und die oft langen Wartezeiten.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Das Staatsangehörigkeitsrecht ist komplex und ändert sich immer wieder. Dieser Beitrag gibt den Stand 2026 allgemein wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Auskünfte deiner Einbürgerungsbehörde.
Was sich bei der Einbürgerung geändert hat
Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde 2024 grundlegend reformiert und danach noch einmal angepasst. Zwei Punkte sind für dich besonders wichtig:
- Doppelte Staatsbürgerschaft (seit 27. Juni 2024): Du kannst in der Regel Deutscher werden, ohne deine bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben.
- Fünf Jahre statt acht: Die reguläre Mindestaufenthaltszeit wurde von acht auf fünf Jahre gesenkt.
- Turbo-Einbürgerung abgeschafft (30. Oktober 2025): Die Möglichkeit, sich bei besonderen Integrationsleistungen schon nach drei Jahren einbürgern zu lassen, gibt es nicht mehr.
Voraussetzungen für die Einbürgerung
Damit eine Einbürgerung möglich ist, müssen in der Regel mehrere Bedingungen zusammenkommen:
- Aufenthalt: meist fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt und ein unbefristetes oder passendes Aufenthaltsrecht.
- Deutschkenntnisse: in der Regel auf dem Niveau B1.
- Einbürgerungstest: Nachweis von Kenntnissen über Rechtsordnung und Leben in Deutschland.
- Gesicherter Lebensunterhalt: Du kannst dich und deine Angehörigen grundsätzlich ohne Sozialleistungen versorgen.
- Bekenntnis: zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands.
- Keine schweren Straftaten und eine geklärte Identität und Staatsangehörigkeit.
Ausnahmen möglich: Für einzelne Punkte gibt es Sonderregelungen, etwa bei Ehepartnern von Deutschen oder bei besonderen Härtefällen. Ob eine Ausnahme greift, prüft die Einbürgerungsbehörde im Einzelfall.

Doppelte Staatsbürgerschaft: Was jetzt gilt
Das war lange die größte Hürde: Früher musste man für den deutschen Pass meist die alte Staatsangehörigkeit aufgeben. Seit dem 27. Juni 2024 ist die Mehrstaatigkeit generell erlaubt. Du darfst also in der Regel deine bisherige Staatsangehörigkeit behalten und zusätzlich die deutsche annehmen. Ob dein Herkunftsland die doppelte Staatsbürgerschaft ebenfalls zulässt, ist eine andere Frage – das solltest du zusätzlich klären.
Kosten der Einbürgerung
Die Einbürgerung selbst ist überschaubar bepreist, es können aber Nebenkosten dazukommen:
- 255 Euro Gebühr pro erwachsener Person.
- 51 Euro für minderjährige Kinder, die ohne eigenes Einkommen mit eingebürgert werden.
- Zusätzlich mögliche Kosten für den Einbürgerungstest (rund 25 Euro), den Sprachnachweis sowie beglaubigte Übersetzungen und Dokumente.
Einbürgerung in NRW: Zuständigkeit und Ablauf
In NRW ist die Einbürgerungsbehörde deiner kreisfreien Stadt oder deines Kreises zuständig – oft angesiedelt beim Ausländer- oder Bürgeramt. So läuft das Verfahren in der Regel ab:
Wartezeiten: etwas Geduld mitbringen
Seit der Reform sind die Anträge stark gestiegen. Deshalb dauert es in vielen NRW-Städten deutlich länger als früher, bis über einen Antrag entschieden wird – teils viele Monate. Wie lange genau, unterscheidet sich von Stadt zu Stadt erheblich. Diese Punkte helfen:
- Reiche deinen Antrag so früh wie möglich ein, sobald du die Voraussetzungen erfüllst.
- Achte auf vollständige Unterlagen – fehlende Nachweise verzögern die Bearbeitung am meisten.
- Frag bei deiner Behörde nach der voraussichtlichen Bearbeitungsdauer und dem aktuellen Verfahren.
Keine Rechtsberatung: Die Angaben geben den Stand 2026 allgemein wieder. Das Staatsangehörigkeitsrecht kann sich ändern, und im Einzelfall kommt es auf viele Details an. Verbindlich ist allein deine Einbürgerungsbehörde; bei komplexen Fällen kann eine fachkundige Beratung sinnvoll sein.
Fazit
Der Weg zum deutschen Pass ist seit 2024 für viele Menschen einfacher geworden: Die doppelte Staatsbürgerschaft ist erlaubt, und schon fünf Jahre Aufenthalt können reichen. Gleichzeitig wurde die schnelle Einbürgerung nach drei Jahren wieder gestrichen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte den Antrag früh und mit vollständigen Unterlagen bei der Einbürgerungsbehörde stellen – und angesichts der langen Wartezeiten etwas Geduld einplanen.
Häufige Fragen zur Einbürgerung in NRW
Wie lange muss ich in Deutschland leben, um eingebürgert zu werden?
In der Regel fünf Jahre rechtmäßiger Aufenthalt. Die frühere Möglichkeit, sich bei besonderen Integrationsleistungen schon nach drei Jahren einbürgern zu lassen, wurde Ende Oktober 2025 abgeschafft.
Darf ich meine alte Staatsangehörigkeit behalten?
Ja, in der Regel. Seit dem 27. Juni 2024 ist die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland generell erlaubt. Ob dein Herkunftsland die Mehrstaatigkeit ebenfalls zulässt, solltest du zusätzlich prüfen.
Was kostet die Einbürgerung?
Die Gebühr beträgt in der Regel 255 Euro pro erwachsener Person und 51 Euro für mit eingebürgerte minderjährige Kinder ohne eigenes Einkommen. Dazu können Kosten für Test, Sprachnachweis und Übersetzungen kommen.
Wo beantrage ich die Einbürgerung in NRW?
Bei der Einbürgerungsbehörde deiner kreisfreien Stadt oder deines Kreises, häufig beim Ausländer- oder Bürgeramt. Das genaue Verfahren erfährst du auf der Website deiner Stadt.
Wie lange dauert die Einbürgerung?
Das ist von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Seit der Reform sind die Antragszahlen stark gestiegen, sodass es vielerorts viele Monate dauern kann. Vollständige Unterlagen und ein früher Antrag helfen, Verzögerungen zu vermeiden.
